Vom verlorenen zum neuen Paradies
 
 

Seit jeher haben die Menschen versucht, sich ihr verlorenes Paradies auf Erden zu schaffen, was immer es auch kosten mag. Die Suche nach dem Glück war schon immer das Ziel ihres Lebens, als ob im Unterbewusstsein noch eine unbestimmte Sehnsucht nach dem Garten von Eden schlummert, wo einst alles perfekt und harmonisch war. Leider war dieser Zustand des Glückes und der Vollkommenheit nur von kurzer Dauer wegen der schlechten Entscheidung unserer ersten Vorfahren, denen Gott die Freiheit gegeben hatte, an der Liebe ihres Schöpfers zu zweifeln und sich von ihm zu trennen.

Aufgrund des Sündenfalls von Adam und Eva und des damit verbundenen Todes war ein göttlicher Rettungsplan erforderlich, um die verlorene Menschheit zu retten; ein Plan der bedingungslosen göttlichen Liebe und aus menschlicher Sicht ein unbegreifliches Mysterium. Nur so konnten die Menschen das für alle Zeit verlorene Paradies wiederfinden, zu einem göttlichen Leben wiedergeboren werden und Bürger des neuen Paradieses werden.


Die Folgen des Sündenfalls

Das undankbare Ehepaar hatte es leider vorgezogen, dem Teufel (Schlange) zu gehorchen und musste deshalb aus dem Paradies vertrieben werden. Von nun an war ein Zusammenleben mit Gott (das Gute) und seinen beiden Geschöpfen (das Böse) unmöglich geworden. Diesen wohlbekannten Bericht finden wir im Alten Testament (3. Buch Mose).

Seit dem ersten Sündenfall ist der Mensch sterblich geworden, und von nun an müssen wir leider den fortschreitenden Verfall der gesamten Schöpfung feststellen. Wir brauchen hierbei nicht alle Folgen dieser verhängnisvollen Wahl zu nennen (Gewalt, Naturkatastrophen, Kriege, Hungersnöte, Verschmutzung u.s.w.), worüber uns die internationale und lokale Presse täglich berichtet.

Dennoch dürfen wir deshalb nicht zu schnell Gott dafür anklagen. Im Gegenteil, auch er leidet, wenn er zusehen muss, wie seine einst vollkommene Schöpfung seinem Untergang entgegengeht. Bevor wir also Gott des Zornes verdächtigen, müssen wir doch eher zugeben, dass der Mensch in den meisten Fällen für sein Unglück selbst verantwortlich ist.

Angesichts dieses Zerstörungsprozesses – in vielen Bereichen offenbar unaufhaltsam trotz einiger humanitärer Initiative – fragen sich die Menschen besorgt, wie lange sich ihre „gute alte Erde“ noch drehen kann, und wie lange sie nur machtlose Zuschauer bleiben müssen trotz all dieser oft unerträglichen Leiden und Ungerechtigkeiten.


Der Heilsplan für die Menschheit

Glücklicherweise hatte Gott, wie ein barmherziger Vater, einen Rettungsplan für seine verlorenen Geschöpfe vorgesehen, indem er seinen Sohn, Jesus Christus, auf unsere Erde sandte. Er, der vorher alle Macht und Herrlichkeit bei seinem göttlichen Vater besass, hatte bei seiner Menschwerdung nicht gezögert, das vom übertretenen Gesetz erforderliche Lösegeld zu bezahlen und unser Fürsprecher bei Gott zu werden.

Dank seines sündlosen Lebens auf Erden und seines Opfertodes am Kreuz sind wir gerettet. Folglich können alle, die ihn als Vorbild nehmen und ihr vergangenes sündiges Leben aufrichtig bereuen, die göttliche Vergebung und das ewige Leben empfangen. Welch ein Trost zu wissen, dass diese Gnade (dieses unverdiente Geschenk) jedem von uns angeboten wird und wir endlich das neue Paradies wiederfinden können! Der Apostel Johannes bestätigt dies überzeugend mit den Worten: „Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hergab. Nun werden alle, die sich auf den Sohn Gottes verlassen, nicht zugrunde gehen, sondern ewig leben“ (Johannes 3, Vers 16). Die Auferstehung Jesu ist die Garantie unserer eigenen Auferstehung; sein Sieg über den Tod und das Böse ist auch unser Sieg, wenn wir ihn als unseren persönlichen Retter und Herrn anerkennen und ihm unser Leben im Gebet anvertrauen. Es genügt einfach, an Gott den Vater und an das Erlösungswerk seines Sohnes, Jesus Christus, zu glauben.


Christus wird wiederkommen

Aber bevor wir uns des Friedens und des ewigen Lebens erfreuen können, muss Christus wiederkommen: „Er wird wiederkommen, aber sein zweites Kommen hat nichts mehr mit der Sünde (dem Bösen) zu tun. Er wird all denen, die ihn ständig erwarten, wie ein ruhmvoller Retter erscheinen, um ihnen das vollkommene endgültige Heil zu gewähren“ (Hebräerbrief 9.28 Parole vivante A. Kuen). Jesus selbst hatte versprochen, dass er wiederkommen würde: „Ich werde wiederkommen“ (Johannes 14.3). und er hat seinen ängstlichen Jüngern alle Zeichen vor seiner Rückkehr auf unserer Erde offenbart. Diese prophetischen Zeichen werden im 24. Kapitel des Matthäus Evangeliums (Vers 6-33) genannt.

Um seine Jünger zu beruhigen, hat er ihnen ausserdem dieses Versprechen gegeben: „Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen, und ich gehe jetzt hin, um dort einen Platz für euch bereitzumachen. Sonst hätte ich euch doch nicht mit der Ankündigung beunruhigt, dass ich weggehe. Und wenn ich gegangen bin und euch den Platz bereitet habe, dann werde ich zurückkommen und euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin“ (Johannes 14. 2-3).

Selbst wenn heute die Christen aufgrund des korrupten Zustandes der Menschheit leiden, sollen sie deshalb noch nicht verzweifeln, sondern müssen sich lediglich auf die göttlichen Versprechen (2. Petrus 3.13) und die Prophezeiungen verlassen, von denen schon der grösste Teil  bis in alle Einzelheiten eingetroffen ist. Die Bibel sagt uns auch: „Der Herr erfüllt seine Zusagen nicht zögernd, wie manche meinen. Im Gegenteil: Er hat Geduld mit euch, weil er nicht will, dass einige zugrunde gehen. Er möchte, dass alle Gelegenheit finden, von ihrem falschen Weg umzukehren“ (2. Petrus 3.9). Gott sei Dank wird die Wiederkunft Christi, die ganz plötzlich und unerwartet sein wird (s.Matthäus 24.37-44, Lukas 21.34-36) allen Leiden und Ungerechtigkeiten ein Ende setzen.


Die neue Schöpfung

Das letzte Buch der Heiligen Schriften sagt uns, dass Gott nach seinem Weltgericht einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen wird: „Dann sah ich (es wurde dem Apostel Johannes von Gott offenbart) einen neuen Himmel und eine neue Erde. Der erste Himmel und die erste Erde waren verschwunden und das Meer war nicht mehr da“... (Offenbarung 21.1-22.5; s. 2. Brief Petrus 3.7-13). Dieses Versprechen wurde bereits Jesaja (Kapitel 65 des gleichnamigen Buches, Vers 17) gegeben.

Ausserdem wird Gott eine heilige Stadt von einer unvorstellbaren Herrlichkeit schaffen, das neue Jerusalem, Gottes Tabernakel – die symbolische Darstellung eines idyllischen Ortes mitten im neuen Paradies – wo die treuen Gläubigen wohnen werden: „Ich sah, wie die Heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkam. Sie war festlich geschmückt wie eine Braut für ihren Bräutigam. Und vom Thron her hörte ich eine starke Stimme rufen: Dies ist die Wohnstätte Gottes bei den Menschen! Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein. Gott selbst wird als ihr Gott bei ihnen sein“ (Offenbarung 21.2-3)

Das neue Jerusalem, das vom Himmel herabkommt, wird von Gott vorbereitet, der sogar die Geschichte der Menschheit berücksichtigt. Das ursprüngliche Paradies, ein Garten, wie es die Bibel am Anfang beschreibt (2. Buch Mose), ist jetzt im letzten Buch des Neuen Testamentes eine ideale Stadt. In diesem Buch der Offenbarung finden wir eine erstaunliche Beschreibung des neuen Jerusalem. Es ist für uns unmöglich, sich die unvergleichliche Schönheit dieser „mit reinem Gold“ und „allerlei kostbaren Steinen“ erbauten Stadt vorzustellen (s. Offenbarung 21.18-19).

Für die Gläubigen vor allem ist die Beschreibung des neuen Jerusalem eine Ermutigung: „Dies ist die Wohnstätte Gottes bei den Menschen! Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein. Gott selbst wird als ihr Gott bei ihnen sein. Er wird alle ihre Tränen abwischen. Es wird keinen Tod mehr geben und keine Traurigkeit, keine Klage und keine Quälerei mehr. Was einmal war, ist für immer vorbei“ (Offenbarung 21.3-4).

Allerdings werden wir nicht mehr den Tempel wiederfinden, denn Jesu Funktion als Fürsprecher für uns bei Gott, seinem Vater, ist jetzt abgeschafft und die Sünde (das Böse) für immer zerstört. Dafür aber wird Gott selbst die Herrlichkeit der heiligen Stadt sein, dessen Licht die ganze Stadt ständig erhellen wird, und wo nie mehr die Dunkelheit herrschen wird.

Der Prophet Jesaja hat schon mehrmals in seinem Buch die Glückseligkeit dieser neuen Schöpfung beschrieben (Jesaja 11.6-9; 35.5-6; 65.17-25).


In welcher Gestalt werden wir im neuen Paradies leben?

Werden wir einen überirdischen oder einen richtigen Körper besitzen? Auf diese Frage gibt uns der Apostel Paulus eine klare Antwort: „Er wird unseren schwachen, vergänglichen Körper verwandeln, sodass er genauso herrlich und unvergänglich wird wie der Körper, den er selber seit seiner Auferstehung hat. Denn er hat die Macht, alles seiner Herrschaft zu unterwerfen“ (Philipper 3.21). Es gibt also diesbezüglich kein Geheimnis; bei der Auferstehung der gläubigen Toten wird unser Körper dem des auferstandenen Jesus-Christus gleichen (s. Lukas 24.39-43 und 1. Korintherbrief 15.35-54). Es wird also ein verherrlichter und unsterblicher Körper sein, der nicht mehr dem Fluch der Sünde unterworfen ist.


Die ursprüngliche Vollkommenheit endlich wiedergefunden

So wird das wahre Volk Gottes endlich die ursprüngliche Perfektion vom Garten Eden auch im neuen Paradies, in der neuen Stadt Jerusalem, wiederfinden, wo die Sünde und das Böse nicht mehr existieren. Ausserdem werden sie von neuem Zutritt zum Lebensbaum haben (Offenbarung 22.2), jene Quelle des ewigen Lebens, die Adam und Eva nach ihrem Ungehorsam verboten wurde (2. Buch Mose, Vers 22).

Die glücklichen Bürger des Paradieses werden die treuen Gottesfürchtigen sein, die das Geschenk der Gnade Christi und das ewige Leben akzeptiert haben: “Alle, die durchhalten und den Sieg erringen, werden dies als Anteil von mir erhalten: Ich werde ihr Gott sein und sie werden meine Söhne und Töchter sein“ (Offenbarung 21.7). Selbst die Engel im Himmel verfolgen besorgt die dramatischen Ereignisse auf unserer Erde, das „Schlachtfeld“ zwischen Gut (Jesus) und Böse (Satan) und freuen sich über jeden bekehrten Sünder: “Ich sage euch: Genauso ist bei Gott im Himmel mehr Freude über einen Sünder, der ein neues Leben anfängt, als über neunundneunzig andere, die das nicht nötig haben“ (Lukas 15.7).

Wollen Sie nicht auch Jesus-Christus folgen und von dieser einmaligen göttlichen Gnade profitieren, um auf der neuen und perfekten Erde zugelassen zu werden, wo nur Friede, Gerechtigkeit, Freude und Liebe herrschen und dies für immer?

Karin Bouchot

 
 
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